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Sollten Sie Ihre private Altersvorsorge durch die Riester-Rente absichern? Unser Ratgeber hilft mit den wichtigsten Fragen

“Wenn ein Mann in Rente geht, bekommt die Frau doppelt soviel Mann und nur halb soviel Einkommen”, sagte einmal ein weiser Mann. Damit wären wir auch schon beim Thema. Ist das wirklich so? Muss das in Ihrem Fall überhaupt stimmen?

 

“Ruhestand”, “Altersvorsorge” bezeichnete der berühmte Schriftsteller Ernest Hemingway als die hässlichsten Wörter im Wörterbuch, aber es hilft alles Nichts. Sie und ich können uns nicht leisten diesem Thema aus dem Weg zu gehen. Die Konsequenzen holen uns später einmal ein. Warum sollten Sie in den besten Lebensjahren noch Stress wegen Geld haben? Wer jetzt die richtige Strategie einsetzt und die richtigen Weichen stellt, hat später einmal weniger Sorgen und kann sein Leben würdevoll und mit Ruhe genießen. Lassen Sie uns gemeinsam ein paar Fakten durchsehen, bevor wir uns mit einem spezifischen Aspekt befassen: die Riester-Rente – Lohnt sich diese überhaupt? Welche Vor- oder Nachteile hat die Riester-Rente? Was müssen Sie unbedingt wissen?

 

Erwartet uns eine erschreckende Altersarmut?

 

Wir können nicht vor den natürlichen Lebenszyklen flüchten.  Je älter wir werden, desto weniger Energie haben wir, desto höher fallen die Gesundheitskosten an und bis zum Ende auch die Abhängigkeit von fremder Pflegehilfe. Der eine oder andere hat in der “genetischen Lotterie” mehr Glück und kann diese Phase länger hinausschieben, aber wir müssen alle fest damit rechnen, dass wir uns im Alter nur bedingt selber versorgen können.  Da wir hier von der Zukunft reden, wissen wir auch nicht ob Lebensmittel, Wohnraum und Gesundheitskosten höher oder niedriger liegen werden. Auch das ist ein unbekannter Faktor in unserer Gleichung.

 

Otto von Bismarck wollte dieser Wahrheit entgegenwirken und schuf im Jahre 1889 die erste gesetzliche Invaliditäts- und Alterssicherung der Weltgeschichte. Die Grundidee war sehr einfach: die jüngere Generation von Arbeitnehmern und Schaffende sollte einen Betrag für ihr Alter auf die Seite tun. Der Staat sollte Hüter dieses Spartopfs sein, damit keiner in die Versuchung kommen sollte, die Spareinlagen für andere Zwecke auszugeben. Mit der Zeit, gab es eine Verschiebung, die Otto von Bismarck damals nicht bedacht hatte.

 

Bessere Hygiene- und Gesundheitszustände ergaben eine immer älter werdende Bevölkerungsschicht. Jetzt musste der Spartopf auf einmal für die noch lebenden Älteren herhalten, die schon aus dem Arbeitsleben ausgeschieden waren. Diese lebten länger als ursprünglich gedacht und damit ging die Rechnung nicht mehr auf.

 

Seit 1973 kam ein neues, unerwartetes und unberechnetes Problem dazu: sinkende Geburtenraten! Das war das Jahr indem zum ersten Mal die Zahl der Sterbefälle höher lag als die der Geburten.  Die höchste Zahl an Geburten lag fast 10 Jahre vorher: im Jahre 1964 gab es 1,2 Millionen Geburten. Seitdem ging diese Zahl jährlich zurück. Die durchschnittliche Lebenserwartung steigt und die Geburtenrate sinkt. Das bedeutet das in ca. 40 Jahren (selbst mit Zuwanderung!) auf jede Geburt zwei Todesfälle kommen. Es ist eine mathematische Bestimmtheit!

 

Eine schrumpfende arbeitende Bevölkerung trifft auf eine zunehmend älter werdende Bevölkerung und das führt zum Kollaps der Rentenkassen!

 

Mit anderen Worten: die gesetzliche Altersvorsorge und die Rentenversicherung werden uns später einmal vielleicht gerade einmal ein paar Grundkosten abdecken. Schon heute gibt es Rentner, die ihr Leben lang in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt haben, aber immer mehr in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Eine Altersarmut ist tatsächlich eine Realität. Heute leben in der Bundesrepublik Deutschland, laut Statistischem Bundesamt, bereits eine halbe Million Rentner und Pensionäre unter der Armutsgrenze. Diese Zahl wird sich bis im Jahre 2025 aber verdreifachen! Warum? Weil eine immer größer werdende Anzahl von Menschen immer noch von der gesetzlichen Altersvorsorge abhängig sind.

 

Die Riester-Rente – Eine Lösung für Alle?

 

So wie Otto von Bismarck, der damals die Notwendigkeit sah eine Lösung für die ältere Bevölkerung zu finden, haben heutige Politiker auch immer wieder versucht Lösungen einzuführen, um dem demographischen Wandel entgegenzuwirken. Eine solche Lösung kam im Jahre 2001 von Walter Riester, der damals als Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung in der Regierung diente. Es wurde die staatlich bezuschusste private Altersvorsorge eingeführt. Um die immer kleiner werdende gesetzliche Rente aufzubessern, sollte jeder noch eine zusätzliche private Vorsorge aufbauen. Der Staat unterstützt diejenigen, die dies auch tun.

 

Wie funktioniert die Riester-Rente?

 

Sie müssen nur eine Art Sparvertrag mit einer Bank oder einer Versicherung abschließen. Diese führen spezifische Produkte, in Form von Versicherungen, die als Altersvorsorge dienen sollen. Sie zahlen in Eigenleistung einen monatlichen Betrag bis zur Rente ein. Der Staat hilft mit Zuschüssen, die als Motivation dienen sollen solche “Riester-Produkte” abzuschließen. Die Idee dahinter, ist das Sie ihre Altersvorsorge rechtzeitig aufstocken, zusätzliche Rendite vom Anbieter bekommen und am Ende einen Betrag mit Zins und Zinseszins erhalten.

 

Die Komplexität beginnt damit, dass es verschiedene Produkte von verschiedenen Anbietern gibt. In der Zwischenzeit haben Anbieter, in Absprache mit dem Staat, immer mehr Produkte “geschnürt“. Sie können die private Altersvorsorge nun durch Versicherungen, fondsgebundenen Versicherungen, Banksparplänen, Fondssparplänen und seit 2008 gibt es auch das sogenannte „Wohn-Riester“, d.h. Bausparkassen und Banken bieten Ihnen die Möglichkeit ein Eigenheim als Altersvorsorge zu nutzen. Diese Vielfalt ist auf der einen Seite gut, da Sie als Sparer mehr Möglichkeiten haben, die sich Ihrer tatsächlichen Lebenslage anpassen, auf der anderen Seite führen diese oft zu Verwirrung und teilweise zu Fehlentscheidungen die teuer ausfallen können.

 

Auch die Zulagen und Zuschüsse vom Staat unterliegen gewissen Spielregeln. Wenn Sie gut informiert sind, dann kann sich so eine Riester-Rente sehr wohl lohnen. Es kommt eben auf die richtige Strategie an. Die richtige Strategie ist nicht für jede Person gleich. Wir zeigen Ihnen auf was Sie achten müssen.

 

Welche Vor- oder Nachteile hat die Riester-Rente?

 

Die Vorteile der Riester-Rente sind, dass Sie über fest definierte Produkte für Ihr Alter vorsorgen können. Sie müssen sich, nach Abschluss eines Vertrages, nicht mehr viel Gedanken machen. Sie zahlen jeden Monat einen Betrag ein (der auch variieren kann oder mit der Zeit verändert werden kann) und warten bis der Vertrag ausläuft (bei Rentenantritt). Das gibt Ihnen Ruhe und Sie müssen sich nicht selber, als Laie, mit den ständig wechselnden Bedingungen auf den Kapitalmärkten rumschlagen. Das übernimmt die Versicherungsgesellschaft oder die Bank für Sie.

 

Ein weiterer Vorteil ist, dass diese Produkte den “staatlichen Segen” haben und damit gefördert sind. Sie erhalten eine kleine Unterstützung vom Staat in Form von Zulagen oder Steuererleichterungen. Das haben Sie nicht, wenn Sie beispielsweise auf eigene Faust in andere Wertanlagen investieren um für das Alter vorzusorgen. Die staatlichen Hilfen sind zwar nicht sehr groß, können sich aber im Laufe der Jahrzehnte zu einer stattlichen Summe anhäufen.

 

Nachteile gibt es auch. Diese Produkte sind fest strukturiert, d.h. die Rahmenbedingungen und Renditen werden vorher festgelegt. Dabei versuchen die Anbieter von Riester-Produkten in die Zukunft zu schauen und die Risiken weit im Voraus festzulegen. Die Konditionen und Renditen können dadurch geringer ausfallen, wie die tatsächliche Entwicklung der Wirtschaft und der Kapitalmärkte. Sie müssen dabei bedenken, dass Ihr Geld von diesen Anbietern angelegt wird und an den Kapitalmärkten zum Einsatz kommt. Die Anbieter versuchen sich vor möglichen Risiken und Verlusten abzuschirmen.

 

Der Sparer erhält einen sogenannten Garantiezins (2015: 1,25%). Sollten die Zinsen am Kapitalmarkt tiefer liegen (wie das zum Zeitpunkt dieses Schreibens der Fall ist), dann erhält der Anleger trotzdem einen Kapitalzins, der vertraglich zugesichert ist. Wenn die Zinsen über die Jahre steigen, dann erhält der Anleger nur den zugesicherten Garantiezins und verliert dadurch die Differenz. Durch die lange Laufzeit der Verträge, ist das aber eine gute Form um Zinsschwankungen zu managen und Risiken in Grenzen zu halten. Eigentlich eine gute Lösung für beide Seiten.

 

Riester-Rente – Produktvergleich lohnt sich

 

Welche Produkte sind denn nun die Richtigen für Sie? Es kommt auf Ihr Alter an, auf die Beschäftigungssituation (Selbständig, Beamter, Angesteller, etc.) und auf die Risikobereitschaft (Fondssparpläne bieten mehr Rendite, dafür auch ein höheres Risiko und Banksparpläne sind praktisch risikofrei, dafür erhalten Sie weniger Rendite).

 

Es kommt auf den richtigen Mix an. Es lohnt sich einen Experten zu Rate zu ziehen und mittels eines Riester-Rechners die genauen Einzahlungen und die späteren Riester-Auszahlungen zu berechnen. Lassen Sie sich nicht durch Bank- oder Versicherungsberater zu einem Vertrag überreden, da diese oft teure Produkte anbieten wollen um die jeweilige Provisionszahlung zu kassieren. Hier geht es um eine Entscheidung, die Ihre Zukunft betrifft und diese sollte gut überlegt sein.

 

Mehr als die Hälfte der derzeitigen Verträge (Stand: 2015) sind Rentenversicherungen. Diese Verträge wurden massenhaft an den Mann oder Frau gebracht und die Ergebnisse weisen große Schwankungen aus. Die Anleger erhalten hier einen Garantiezins von 2,25% und die Möglichkeit einer zusätzlichen Rendite, je nachdem wie gut der Anbieter mit dem Geld arbeitet. Im unteren Bereich liefern Anbieter eine Rendite von ca. 4% und im oberen Bereich sogar 5,8%. Aus diesem Grund lohnt es sich einen Vergleich anzustellen, auf unmöglich komplizierte Bonuszahlungen und undurchschaubare Schemen zu verzichten.

 

Anleger müssen sehr genau auf die Konditionen und Kosten achten. Einige Anbieter wollen beispielsweise jährlich 12 Euro Verwaltungsgebühren, die fix sind. Das hört sich nicht nach viel Geld an, ist aber für jemand der vielleicht nur 120 Euro einzahlt oder nur nur den Mindesteigenbetrag von 60 Euro im Jahr eine horrende Summe. Es können auch Abschlusskosten, Beraterprovisionen, Kontoführungsgebühren, Ausgabeaufschläge und andere Gebühren anfallen. Sie müssen diese Kosten berücksichtigen und sollten schon verlangen, dass Ihre Rendite durch solche Gebühren geschmälert wird.

Der Lebensabend wird oft als der “goldene Abschnitt” des Lebens bezeichnet. Man ist reifer und hoffentlich auch weiser geworden. Der eine oder andere kann Zeit mit seinen Enkelkindern verbringen, Dinge unternehmen für die man nie Zeit hatte und insgesamt das Leben genießen. Wir wissen nicht ob uns die “genetische Lotterie” einen langen oder kurzen Lebensabend bescheren wird, wir wissen aber jetzt schon, dass wir uns nicht bis ins hohe Alter mit finanziellen Problemen plagen wollen. Jetzt ist die Zeit um Vorsorge zu leisten und die Risiken zu dämpfen.

 

Setzen Sie sich mit uns in Kontakt, damit wir Ihnen ein passgenaues Angebot machen können oder Ihnen eine individuelle Beratung anbieten können. Wir gehören keiner Bank- oder Versicherungsgesellschaft und sind damit unabhängige Anbieter, die Ihnen so ziemlich alles was es auf dem freien Markt gibt anbieten können.